DAOYIN YANGSHENG GONG

(DAO YIN YANG SHENG GONG) (dǎo yǐn yǎng shēng gōng)

Das Daoyin Yangsheng Gong (DYYSG) ist ein medizinisch orientierter Qigong-Methodenzyklus, der vor allem die Prävention, Therapie und Rehabilitation von chronischen Erkrankungen unterstützt. Er basiert sowohl auf den Grundprinzipien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als auch auf der westlichen Medizin und ist auf verschiedene System- und Organerkrankungen anwendbar.

Univ.-Prof. Zhang Guangde hat DYYSG nach Pathogenese und Pathologie (Lehre von der Krankheitsentstehung und -verlauf), YinYang-Prinzip, Organlehre, Meridiansystem und der Lehre von den fünf Wandlungsphasen entwickelt und die einzelnen Übungssätze ausgearbeitet.

Was ist Daoyin?

Unter „Daoyin“ versteht man weitgehend das Gleiche wie unter „Qigong“.
Allerdings ist der Begriff „Daoyin“ historisch gesehen wesentlich älter als die Bezeichnung „Qigong“, die erst viel später und in seiner heutigen Bedeutung erst im 20. Jahrhundert geprägt wurde. Der Begriff „Daoyin“ erscheint das erste Mal im Buch Zhuangzi, ke yi:

„Einatmen und Ausatmen, um Neues aufzunehmen und Altes abzugeben, sich recken wie ein Bär und strecken wie ein Vogel, das ist Daoyin, um das Leben zu verlängern. So praktizieren es die Weisen, wenn sie diese Kunst ausüben.“

Im Buch Huangdi Neijing*1 (huáng dì nèi jing, geschrieben vor ca. 2.500 Jahren) wird erstmalig der Einsatz von Daoyin zur Behandlung von Erkältung und Fieber empfohlen. Wörtlich übersetzt bezieht sich „Dao“ auf das Führen von Qi und Geist und „Yin“ auf das Dehnen und Strecken des Körpers. Zusammengesetzt bezieht sich „Daoyin“ also auf energetische Körperübungen, bei denen bewusst das Qi (Atmung) und die innere Aufmerksamkeit (Geist) geführt werden.

Die älteste Abbildung von Daoyin-Übungen ist auf dem berühmten Seidentuch daoyintu (ca. 2. Jahrhundert v. Chr.) zu sehen, das Anfang der 70er Jahre von Archäologen in einem Grab in Chang¬sha (Hauptstadt der Provinz Hunan) entdeckt wurde. Die dargestellten Übungen und Haltungen sind dem heutigen Qigong sehr ähnlich. Die Beschreibungen beziehen sich auf Tiernamen, Anweisungen zum Bewegungsablauf oder Hinweise auf die Wirkungen der einzelnen Übungen.

Weitere bekannte Daoyin-Übungen sind das „Spiel der fünf Tiere“ oder „Ba Duan Jin“ – beides Übungssätze, die bis in die heutige Zeit sehr populär sind.


*1 Im Westen häufig übersetzt als „Innere Medizin des gelben Kaisers“ oder „Klassische Medizin des gelben Kaisers“

Daoyintu
Daoyintu

Auf alten Jadeplättchen aus dem sechsten Jahrhundert v. Chr. ist ein Zitat zu lesen, das vermutlich die erste schriftliche Überlieferung über einen natürlichen Lebensprozess darstellt:

Man hält Qi in Ruhe und es sammelt sich.
Wenn es sich gesammelt hat, dehnt es sich aus.
Wenn es sich ausgedehnt hat, geht es nach unten.
Wenn es nach unten geht, wird es ruhig.
Wenn es ruhig geworden ist, wird es fest.
Wenn es fest geworden ist, beginnt es zu keimen.
Wenn es ausgekeimt ist, wächst es.
Wenn es gewachsen ist, erreicht es den Scheitel.
Oben drückt es gegen den Scheitel (Geist oder Gehirn), unten drückt es abwärts (Körper).
Wer das befolgt, lebt; wer das Gegenteil davon tut, stirbt.“


Daoyin ist eine klassische chinesische Körperkunst, die unter Einbeziehung von Qi (Atmung) und Yi (Geist) den Körper zu dehnen und den Geist zu regulieren versucht. Dadurch fördert man die Gesundheit, verbessert die Lebensqualität und verlängert das Leben.

Was bedeutet Yangsheng?



„Yangsheng“ bedeutet Lebens- oder Gesundheitspflege im Sinne der ganzheitlichen Sicht der traditionellen chinesischen Medizin. Genauso besteht eine enge Verbindung zum Daoismus. Betont werden die Regulation der Meridiane (und des Qi-Flusses darin) sowie das Harmonisieren und zur Ruhe kommen von Geist, Atmung und Körper. Wer dies in einer guten Qualität erreicht, verfügt über starke Selbstheilungs- und Abwehrkräfte (Wei-Qi) und wird nicht erkranken.

In den acht Grundsätzen des DYYSG (ab Seite 6) geht Prof. Zhang sehr genau auf die Bedeutung der Lebenspflege im DYYSG ein. Kombiniert man beide Begriffe nun zu „Daoyin Yangsheng Gong“ könnte eine sinngemäße Übersetzung „Daoyin-Übungen zur Lebenspflege“ lauten.

Entstehung des DYYSG



Professor Zhang wurde 1931 als Sohn einer Arztfamilie in Hebei, China, geboren. In seiner Jugend trainierte er intensiv und mit Begeisterung chinesische Kampfkunst (Wushu) und studierte ab 1955 auch am Wushu-Institut an der Sportuniversität in Beijing. Nach seiner Graduierung arbeitete er dort als Dozent.

Anfang der 70er Jahre erkrankte Prof. Zhang schwer und konnte aufgrund von allergischen Reaktionen auf viele Medikamente nicht erfolgreich behandelt werden. Als der Krankheitsverlauf lebensbedrohlich wurde, begann er die klassischen Schriften des Daoyin und der TCM zu studieren, um Übungen zu entwickeln, mit denen er sich heilen konnte. Er begann systematisch, dieses Wissen mit den modernen Theorien über Krankheiten zu verbinden. Basierend auf diesen Kenntnissen, seinem Können im Bereich des Wushu und geheimen Übungsmethoden, die in seiner Familie überliefert wurden, konzipierte er zunächst das Meridian-Qigong. Mit diesem Übungssatz gelang es ihm, seine Krankheiten zu überwinden und er konnte 1982 wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren.

Seit damals hat er das DYYSG zu einem kompletten Methodenzyklus ausgebaut, bestehend aus der Grundstufe, der Mittelstufe mit derzeit über 40 Übungssätzen und dem Yangsheng-Taiji-System mit mehreren Hand- und Waffenformen. Im Jahr 1990 wurde das DYYSG vom chinesischen Gesundheitsministerium offiziell als medizinisches Qigong anerkannt und wird in vielen Krankenhäusern und Sanatorien bei der Therapie verschiedener Krankheiten angewendet. An der Beijing-Sportuniversität wird DYYSG sogar als eigenes Studienfach angeboten. Von China ausgehend wird DYYSG mittlerweile in sehr vielen Ländern der Welt praktiziert.

Als Basisidee für die Entwicklung der vielen verschiedenen einzelnen Übungen dient ein Vergleich mit der traditionellen chinesischen Heilkunst: Für fast jede Erkrankung gibt es eine Medizin, so könnte es folglich auch für jede Erkrankung spezielle Übungen geben. Wie in der Kräuterheilkunde spezifische Bestandteile die Wirkung der Arznei erzielen, so setzt sich im DYYSG eine Übung aus ganz bestimmten Körperhaltungen und Bewegungen, einer bestimmten Atemtechnik und dem gezielten Einsatz der Aufmerksamkeit zusammen, um eine präventive oder therapeutische Wirkung zu erzielen.

Charakteristisch für die Formen dieses medizinischen Qigong "Daoyin Yangsheng Gong" sind spiralförmige Bewegungen der Arme und Beine, das Bewegen der Gelenke in allen möglichen Freiheitsgraden sowie Dreh - und Beugebewegungen von Kopf und Körper. An Stelle von Nadeln wird mit den Fingern auf Akupunkturpunkte gedrückt und die Meridiane und Muskeln werden massiert. Dies und die Kombination der Atmung und der Schulung des Geistes durch Aufmerksamkeitsübungen sollen den Effekt des "Empfangens von Stille durch Bewegung" erreichen.

Auch heute kommt es zu einer ständigen Weiterentwicklung der Übungen, und es bilden sich auch immer wieder neue Qigong-Formen heraus. Die Grundprinzipien der Übungen haben sich im Wesentlichen aber nicht verändert, und basieren noch immer auf den jahrtausende alten medizinischen Erkenntnissen.

Grundriss des DYYSG
4. Lehrgang zum DYYSG-Lehrer/In-Ausbildung

4. LEHRGANG ZUM DYYSG-LEHRER/IN-AUSBILDUNG
(Daoyin Yangsheng Gong Ausbildung nach dem Begründer Univ.- Prof. Guangde ZHANG)

Mehr über den den 4. LEHRGANG ZUR QIGONG-LEHRER/IN-AUSBILDUNG in Bezug auf Inhalte, Kosten, Termine und Anmeldung erhalten Sie in der Sparte Ausbildung.

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